Dez 21

Wir wünschen allen ein wunderschönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr……..

Wir werden Weihnachten in Mali verbringen und lassen uns überraschen wie das Fest hier gefeiert wird. Hier ist allerdings überhaupt keine Weihnachtsstimmung. Es hat hier Temparaturen zwischen 30 und 40 Grad …  Ansonsten geht es uns sehr gut und wir geniessen das warme Klima … Wir werden euch ganz sicher bald wieder berichten …. Einige Bilder von Mali sind schon auf der 3D-Fotogalerie zu sehen …

Dez 21

Kilometerstand bei Einreise Senegal: 117.249 km

Kilometerstand bei in der Zebrabar/St. Louis: 117.298 km

Bisher gefahrene Kilometer: 6.548 km

 

Senegal hat mehr als 10 Millionen Einwohner, davon ca. 40.000 Ausländer überwiegend Franzosen. Das jährliche Bevölkerungswachstum beträgt über 3%.

Hungrig angekommen in der Zebrabar nahmen wir erstmal ein Essen zu uns. Die Zebrabar ist ein Camp, dass von einem Schweizer Ehepaar 1997 gegründet wurde und liegt ca. 20 km ausserhalb von St. Louis in einem kleinen Dorf.

Es ist sehr schön hier, die sanitären Anlagen sehr sauber und das Essen sehr gut. Es gibt sogar wieder Bier und diversen Alkohol. Hier treffen sich alle Afrikafahrer. Das Camp liegt in einem kleinen Nationalpark, direkt in einer Lagune, die vom Meerwasser gespeist wird. Hier lernten wir viele sympathische Menschen kennen, die auch durch Afrika reisen. Unter anderem auch Claus und Matze aus Ravensburg (www.immeramziel.de) die schon wieder auf dem Rückweg sind und Weihnachten wieder zu hause sein möchten. Nach lagem “betteln” bekam Micha die Hängematte von Claus. Jetzt haben wir endlich wieder eine Hängematte zum Faulenzen.

Wir verbrachten fast 10 Tage dort, da wir auf unsere Kreditkarten warten mussten und uns auch mal wieder von den Fahrstrapazen erholen wollten. Micha ging es am zweiten Tag auch schon wieder viel besser.

Rocky fühlte sich auch sehr wohl hier, da er auf diesem Platz 4 Hunde zum Spielen hatte. Mit dem Esel „Piano“ kam er nicht so gut zurecht, da der Esel ihm immer alles weg fressen wollte.

Wir fuhren ein paar Mal in die 20 km entfernte Stadt St. Louis. St. Louis hat rund 150.000 Einwohner und wird auch als „Venedig Afrikas“ bezeichnet.

Eine intakte Natur in Stadtnähe und vor allem Kolonialgeschichte pur. Man möchte meinen, im historischen Stadtzentrum, Ile St. Louis, sei die Zeit stehen geblieben. Trotz bröckelndem Putz und abblätternder Farbe: Die Faktoreien und Handelshäuser aus dem 19. Jh. Strahlen mit ihrer Patina eine Menge Charme aus. Wir haben es auch ein bisschen mit New Orleans verglichen. Die Menschen hier sind auch sehr freundlich und offen. Wir durften sogar ein Foto von einer Schulklasse machen, die sich sehr über unseren Besuch freuten.

Ein Erlebnis ist es hier auch immer wieder mit dem Taxi zu fahren. Die Taxis sind total kaputt, der Tacho funktioniert nicht, die Beifahrertüren bleiben während der Fahrt nicht zu (man muss sie fest halten) und wir waren insgesamt 6 Personen und 2 Hunde in einem kleinen Nissan. Die Fahrzeuge sind so kaputt, es könnte nicht mehr sein. Bei uns würden sie nicht einmal durch die Schrottpresse kommen. Aber das Beste ist, hier muss man jedes Jahr zum Tüv, den man natürlich durch schmieren bekommt. In diesem Land schafft man ziemlich alles durch bezahlen.

Dez 21

Kilometerstand bei Abfahrt Nouakchott: 117.031 km

Kilometerstand bei Grenzübergang Mauretanien/Senegal: 117.249 km

Bisher gefahrene Kilometer: 6.499 km

 

Am Morgen um 8:00h brachen wir auf von Nouakchott in Richtung Senegal. Da das Hammelfest „Tabaski“, ein Feiertag der Moslems, immer näher rückte waren sämtliche Straßen in Nouakchott durch Ziegen und Schafe blockiert die zum Verkauf angeboten wurden.

Tabaski, wie das Opfer- oder Hammelfest in Westafrika genannt wird, kann nach Region bis zu zehn Tage dauern. Es erinnert an die nicht vollzogene Opferung Ismails durch seinen Vater Ibrahim. Überall in der islamischen Welt werden an diesem Anlass Hammel geschlachtet. Nachdem wir uns aus dem Verkehr befreit hatten, ging es auf der Landstrasse in Richtung Grenzübergang Diama.

Wir wählten bewusst den Grenzübergang Diama und nicht Rosso, da Rosso berüchtigt ist für die größte Abzocke Senegals. Hier werden die Fahrzeuge lediglich von einer Schlepperschar belagert die alle nur dein „Bestes“ (Geld) haben möchten. Um nach Diama zu kommen, mussten wir auf einer Piste die uns am Diama Damm entlang durch einen Nationalpark führte fahren. Die Piste zieht sich 60 km lang und ist relativ gut befahrbar.

Wir konnten durch Zufall gerade noch eine riesen Schlange (Python) entdecken, die wahrscheinlich nach einer ausgiebigen Fressaktion wieder ins Wasser zurück wollte.

Nach einigen Bilder fuhren wir weiter an die Grenze. Da Micha sehr krank an diesem Tag war, sie hatte totale Kopfschmerzen, Magenschmerzen und musste sich während der Fahrt übergeben, hofften wir das die Grenzformalitäten schnell erledigt waren. Angekommen an der Grenze Diama, mussten wir erstmals 10 Euro pro Fahrzeug für den Ausreisestempel Mauretanien bezahlen.

Dann ging es weiter zur Einreise Senegal und dort stand auch schon ein Beamter, der 30 Euro für beide Fahrzeuge für den Brückenzoll wollte, wir konnten ihn auf 15 Euro für beide Autos runter handeln. Die Einreiseformalitäten waren schnell erledigt, wir mussten nur noch zum Zoll und zur Polizei. Das Visum bekamen wir ohne Probleme. Wir kauften uns für 80 Euro die Versicherung, die in fast allen westafrikanischen Ländern für 6 Monate gültig ist. Momentan benötigt man im Senegal kein Carnet de Passage mehr, man bekommt ein sog. Passavant, dass 10 Tage gültig ist und knapp 5 Euro (2500 CFA) kostet. Die Währung hier sind CFA (1 Euro entsprechen 640 CFA). Wir hatten wirklich Glück, dass die Abfertigung so schnell ging, da es Sonntag war und am nächsten Tag Tabaski anstand. Wir wurden von keinerlei Schleppern belästigt.

Der Beweis wie korrupt die Polizei im Senegal ist bekamen wir gleich 50 Kilometer nach der Grenze in St. Louis zum spüren. Ein Polizist winkte Jonas rechts raus und uns auch. Er kam zu uns und versuchte uns auf französisch zu erklären, bei Jonas sei alles super und bei uns ganz schlecht da wir keinen Blinker gesetzt hatten. Das ist natürlich ein sehr „schweres“ Vergehen. Er wollte 20 Euro von uns. Wir handelten ihn mit Händen und Füßen (da wir kein französisch sprechen) auf 10 Euro runter und fuhren dann auch weiter. Normalerweise wollte Peter nichts bezahlen, aber Micha ging es richtig schlecht und sie war froh als sie endlich in der Zebrabar ankam….

Dez 6

Kilometerstand bei Abfahrt Nouadhibou: 116.557 km

Kilometerstand bei Ankunft Nouakchott: 117.031 km

Bisher gefahrene Kilometer: 6.281 km

 

Vor uns lagen heute ca. 470 km bis nach Nouakchott. Die Landschaft ist noch immer Wüste und die Polizeikontrollen vertrieben uns die Langeweile ein wenig. Wir wollten eigentlich in Nouamghar (120km vor Nouakchott) übernachten um am nächsten Morgen die Strandpiste nach Nouakchott zu fahren. Da Harald aber die Piste dorthin mit seinem Mercedes nicht bewältigen konnte, entschlossen wir uns kurz davor und abseits der Strasse in der Wüste unser Nachtlager aufzuschlagen.

Es war sehr schön und ruhig. Wir konnten abends Kamelkarawanen und viele Sterne beobachten.

Harald kochte abends noch einen großen Topf Nudeln mit Tomatensoße für uns alle.

Am nächsten Morgen standen wir sehr zeitig auf, um die 120 km Strandpiste von Nouamghar nach Nouakchott in Angriff zu nehmen. Im Fischerdorf Nouamghar angekommen, schauten Peter, Jonas und Xenia sich erstmal den Ebbestand an.

Um an der Strandpiste fahren zu können, sollte man sich in erster Linie über den Gezeitenstand informieren. Da der Mond nicht sehr günstig stand, war Peter schon am Vorabend und am Morgen sehr skeptisch. Wir bekamen von den Fischern im Dorf keine vernünftige Auskunft. Der Strand sah jedoch schon so aus, als wie die Flut bald kommen würde. Jonas wollte aber unbedingt die Piste fahren. Also ließen wir uns überreden und fuhren mit. Mit 80 km/h ging es ziemlich nah am Wasser die Küstenstrecke entlang.

Nach ca. 5km wurden Peters Befürchtungen bestätigt. Wir konnten nicht mehr weiter, da das Wasser schon bis zu den Dünen vorgedrungen war. Jetzt mussten wir schnell umdrehen und vor allem aufpassen, dass wir beim Wenden nicht im Sand stecken blieben. Nun hieß es Gas geben und die 5 km wieder zurück fahren bevor die ganze Piste mit Wasser voll ist. Es ist ganz schön gefährlich, da man sich beim Fahren keinen Fehler erlauben darf. Wenn man auf dem Sand bei ca. 80 km/h ins Rutschen/Schleudern kommt, geht man mit dem Auto baden und das wars dann mit der Reise. Peter ärgerte sich noch ein bisschen darüber, dass er sich überreden ließ aber wir haben es ja noch rechtzeitig gemerkt und geschafft.

Also fuhren wir wieder auf die normale Teerstrasse nach Nouakchott. Die Hauptstadt Nouakchott mit 1 Million Einwohnern bildet im Gegensatz zum ruhigen Land Mauretanien einen krassen Gegensatz.

Nouakchott ist einer der wenigen Wüstenstädte, die am Meer liegen und dennoch keine Oase darstellen. Das Mauretanien zu den ärmsten Ländern in Afrika gehört wird einem bewusst wenn man in den Straßen von Nouakchott herumläuft. Man kann sehen das Restaurants ihre Speiseabfälle mitten auf die Straße kippen und Kinder und Erwachsene stürzen sich wie Hyänen darauf. Es ist schon ein sehr trauriger Anblick. Ansonsten gibt es nicht viel zu sehen, aber wir müssen hier bei der Auberge Sahara bis Montag ausharren, da Jonas als Schweizer hier sein Visum für den Senegal beantragen muss. Wir werden das Visum an der Grenze in Rosso bekommen. Die Auberge Sahara ist schön, die sanitären Anlagen mit heißen Duschen sauber, das Essen sehr gut und wir haben hier sogar Wireless-Lan.

Gestern waren Peter und Harald mit dem Fahrrad am Hafen und haben Fisch gekauft.

Heute ist der 06.12.2008 und wir mussten uns von Harald und seinem Hund Tami verabschieden.

Er fährt jetzt weiter nach Liberia, da er Weihnachten bei seiner Frau sein will. Xenia, seine Mitfahrerin, wird vielleicht in Bamako (Mali) bei Jonas zusteigen und ein Stück mitfahren ….

Wir werden die Zeit hier zum Relaxen nutzen und dann geht es weiter in den Senegal nach St. Louis in die Zebrabar … 

Dez 6

Kilometerstand bei Abfahrt Camping Extreme Dakhla: 116.155 km

Kilometerstand bei Grenzübergang Mauretanien: 116.505 km

Kilometerstand bei Ankunft Nouadhibou: 116.557 km

Bisher gefahrene Kilometer: 5.807 km

 

Vormittags um 11:00 Uhr ging es los Richtung mauretanischer Grenze. Kurz vor der letzten Tankstelle vor der mauretanischen Grenze trafen wir Harald wieder, der mit einem Vorsprung von 1,5 Std. vor uns los gefahren war, da er mit seinem Fahrzeug nicht schneller als 70km/h fahren kann.

An der Grenze angekommen, mussten wir erstmal die Ausreisepapiere für Marokko erledigen.

Ein Beamter wollte noch in unser Fahrzeug schauen, aber Rocky stand schon bereit an der Hintertür. Er schaute nur kurz rein und das war es dann. Danach ging es noch durch einige Kontrollen. Ein Beamter wollte eine Lippencreme für seine trockenen Lippen. Micha gab sie ihm, doch er schmierte sich nur die Lippen damit ein und gab sie ihr wieder zurück. Wir werden die Lippencreme für den nächsten aufhebenJ

Dann ging es weiter auf einer 5 km langen Piste zur Einreise Mauretanien. Auf dieser Piste sieht man viele alte Autowracks und Müll.

Angekommen am Grenzposten Einreise Mauretanien ging Micha mit den Papieren zu den Beamten. Es klappt wirklich besser wenn Frauen das Bürokratische erledigen. Harald war schon mindestens 10 Minuten vor uns dort, doch er nahm uns dann zuerst dran. Dann mussten wir nur noch die Fahrzeugpapiere erledigen. Der Grenzübergang war sehr einfach und dauerte im Großen und Ganzen ca. 2 Stunden.

In der Dunkelheit ging es dann noch ca. 80 km nach Nouadhibou zur Auberge Abba.

Dort war Harald schon vor einigen Jahren mal. Die Aubergen sind Stellplätze im Innenhof, haben Duschen und Toiletten, also vergleichbar mit einem Campingplatz. Wir gingen noch etwas essen und dann bald zu Bett. Den nächsten Tag verbrachten wir mit Wäsche waschen und faulenzen. Wir waren noch im Internetcafé aber das war so langsam, eine Email abrufen dauerte ca. 10 Minuten. Die Stadt Nouadhibou hat nicht viel zu bieten ausser den schwersten Zug der Welt. Die Erzbahn erreicht zweimal am Tag Nouadhibou aus dem 750 km entfernten Zouérat.

Die Stadt ist ansonsten sehr dreckig und der Verkehr sehr chaotisch. Man braucht sich hier nicht wirklich lange aufhalten.

 

Am nächsten Morgen fuhren wir alle zusammen weiter Richtung Nouakchott …Unsere anderen Mitfahrer Nicole und Dirk sind erst kurz vor Dahkla. Sie werden uns wahrscheinlich nicht mehr einholen …

Dez 6

Kilometerstand bei Abfahrt Boujdour Plage: 115.831 km

Kilometerstand bei Ankunft Camping Extreme/Dakhla: 116.155 km

Bisher gefahrene Kilometer: 5.405 km

 

Nach einer sehr ruhigen Nacht ging es gegen 09:00 Uhr morgens los in die letzte große Stadt vor der mauretanischen Grenze. Die gut geteerte Straße dorthin führte uns entlang der Küste.

Ansonsten gibt es dort nicht viel zu sehen, nur Wüste. Ab und an sieht man mal wieder ein paar Zelte in denen Familien wohnen. Die Polizeikontrollen sorgten dafür, dass und nicht langweilig wurde. Kurz vor Dakhla kamen wir an einem schönen Strand vorbei. Dort war gerade Ebbe und Peter machte den Vorschlag wir könnten doch bis zum Meer runter fahren. Gesagt getan, Jonas steckte schon mit seinem Toyo im Sand fest. Peter merkte gerade noch rechtzeitig, dass der Sand doch sehr weich ist und legte den Rückwärtsgang ein. Also gingen wir zu Jonas der schon Schaufel und Sandbleche auspackte und Luft aus seinen Reifen ließ. Es war erstmal schaufeln angesagt.

Als Peter mit Schaufeln fertig war und Jonas die Sandbleche unter seine Reifen brachte musste Jonas nur noch Gas geben. Schon war er wieder aus dem Sand befreit. Am Rande der Strasse pumpte Jonas wieder Luft in seine Reifen und dann ging es nach Dakhla auf den Campingplatz Extreme direkt am Meer.

Wir wissen nicht genau, ob man das wirklich Campingplatz nennen kann. Ausser einem eingezäunten Platz hatte er nicht viel zu bieten. Es gab zwar Toiletten aber keine Duschen. Der Besitzer des Campingplatzes war sehr freundlich und nett. Ein besoffener Typ kam uns auch noch entgegen, er ist wohl ein Familienmitglied des Besitzers. Auf dem Platz trafen wir dann auch wieder Harald mit seinem Hund Tami und seiner Mitfahrerin Xenia. Wir entschieden uns, noch einen Kleinigkeit in Dakhla essen zu gehen. Es ist gar nicht so leicht, ein vernünftiges Restaurant/Imbiss zu finden. Mit hungrigen Mägen fanden wir nach langem Suchen endlich ein sehr gutes Restaurant. Micha bestellte sich eine vegetarische Tangine (gekochtes Gemüse), Peter einen Fisch mit Pommes und Jonas einen Hamburger.

Abends saßen wir dann noch auf dem Camping und ratschten. Am nächsten Morgen ging es dann weiter Richtung mauretanischer Grenze …

Dez 5

Kilometerstand bei Abfahrt Camping Fort Bou Jerif: 115.173 km

Kilometerstand bei Ankunft Boujdour Plage: 115.831 km

Bisher gefahrene Kilometer: 5.081 km

 

Von Fort Bou Jerif ging es noch ca. 5 km auf der Pistenstrasse in die Stadt Guelmim hinab.

Guelmim ist eine ziemlich herunter gekommene Stadt, die früher für den Karawanenhandel genutzt wurde. Weiter ging es über Tan Tan und Tarfaya in Richtung Laáyoune. Die Strecken sind sehr lange und langweilig, nur Wüste! Hier merkt man extrem, dass wir uns nun in der Westsahara befinden.

In Tan Tan machten wir kurzen Caféstopp. Im Gegensatz zu Europa ist es schon seltsam, in den Cafés in Marokko fühlt man sich als Frau nicht wirklich wohl. Es sitzen nur Männergruppen herum. Die haben scheinbar alle nichts zu tun. Wir kauften noch ein Fleisch für Rocky und Peter und dann entschieden wir uns weiter zu fahren. Ab Tan Tan wurden wir ständig vom Militär oder Polizei kontrolliert. Die Kontrollen laufen sehr schnell ab, die Beamten werfen nur einen kurzen Blick in den Reisepass und wollen das sogenannte „Fiche“. Das Fiche, auf dem sämtliche Daten von uns stehen, haben wir zu Hause schon vorgefertigt und mehrmals kopiert.

Nach einem Tankstopp sowie kurz vor Einbruch der Dunkelheit und langen 425km fanden wir zwischen Tarfaya und Laáyoune einen Campingplatz, ca. 5km abseits der Straße.

Der Campingplatz „Le Roi de Beduin“ wird von einem franz. Ehepaar geführt. Es gehört schon sehr viel Individualismus dazu, mitten in der Wüste wo weit und breit nichts ist, einen Campingplatz zu führen. Der Campingplatz ist wirklich sehr hübsch und sehr sauber und mit sehr viel Liebe hergerichtet.

In der Nacht kamen noch vier spanische Fahrzeuge auf den Platz, diese sollen nach Ghana gebracht werden. Da es hier sehr ruhig war, hörte man in der Nacht nur das Schnarchen eines Spaniers.

Am nächsten Morgen jagte Rocky erst einmal die Bewohner (Ziegen) auf dem Campingplatz und dann ließen wir uns das Frühstück von den Campingplatzbetreibern machen. Es gab Brot, Marmelade, Tee und ein wenig Obst aber Michas Frühstück ist wesentlich besser

Dann ging es weiter nach Boujdour. Die Stadt hat wahrscheinlich auch schon mal bessere Zeiten gesehen. Es sieht aus wie eine herunter gekommene Westernstadt. Wir machten kurzen Stopp zum Mittagessen bei einer angeblichen Pizzeria. Es gab dort weder Pizza, noch Gemüse, es gab nur noch Reste wie Kamelfleisch und Salat. Das Pizzeriaschild steht wahrscheinlich nur als Lockmittel.

Wir fuhren 10 km südlich von Boujdour an der Steilküste zu einem sehr schönen Strand hinab (N25°58,150´ W14°30,100´). Dort schlugen wir unser Nachtlager auf.

 

Hier kann man stundenlang den Strand entlang laufen ohne eine Menschenseele zu treffen, außer zwei alte Schiffswracks die hier gestrandet sind. Möglicherweise durch Navigationsfehler oder Motorschaden.

Die Nacht war ruhig und nun sind wir auf dem Weg nach Dakhla, die letzte große Stadt vor Mauretanien. Die Straße dorthin führt immer gerade an der Küste des Atlantiks und in der Wüste der Westsahara.

Bevor wir es vergessen, wir sind natürlich immer mit Jonas on Tour ….Jonas ist ein sehr angenehmer Reisebegleiter und wir verstehen uns alle sehr gut mit ihm. Rocky mag ihn auch sehr gerne J

Dez 4

Kilometerstand bei Abfahrt Camping Sidi Magdoul/Essaouira:

114.810 km

Kilometerstand bei Ankunft Camping Fort Bou Jerif: 115.173 km

Bisher gefahrene Kilometer: 4.423 km

 

Nach einer regnerischen Nacht ging es weiter in Richtung Fort Bou Jerif mit einem Zwischenstopp auf dem Campingplatz in Sidi Ifni. Der Campingplatz „Sidi Ifni“ (nach dem Ort benannt) hatte überraschender Weise auch heiße Duschen und die sanitären Anlagen waren für marokkanische Verhältnisse in Ordnung.

Am nächsten Morgen ging es dann in Richtung Fort Bou Jerif. Nach dem Dorf Sidi Ifni ging es links von der Teerstrasse weg auf eine Piste.

Die Piste schlängelt sich 15 km durch die reizvolle Berglandschaft hindurch und ist nur mit einem 4 Wheel Drive zu befahren. Die Piste führt durch Flusstäler bergauf in einsame Hügellandschaften.

Fort Bou Jerif ist eine sehr schöne Anlage. Hier haben das franz. Ehepaar Evy und Guy Dreumont einen Stützpunkt für Offroader, Wüstenfans und Naturfreunde in der Nähe eines alten Forts errichtet. Die Basis umfasst einen sehr gepflegten Campingplatz, ein Restaurant, ein Motel und ein Hotel. Die sanitären Anlagen sind sehr gut und die Bediensteten sehr freundlich.

Nach einem kurzen Essen und ein Bier für uns machten wir uns auf den Weg das Fort zu besichtigen. Es waren nur Reste des Forts der franz. Legion zu sehen. War aber sehr interessant.

Am Abend spielten wir dann in der Bar noch eine Runde franz. Monopoly und dann ging es ins Bett.

Wir versuchen abends immer die Zeit irgendwie rum zu bringen, da wir schon immer vor Einbruch der Dunkelheit auf einem Schlafplatz sind und die Abende können lang werden. Was soll man schon alles machen auf 6 Quadratmetern?! Aber wir meistern es ganz gut mit lesen, ratschen und Rocky beschäftigen.

Dez 4

Kilometerstand bei Abfahrt Camping Le Relais/Marrakesch: 114.633 km

Kilometerstand bei Ankunft Camping Sidi Magdoul/Essaouira: 114.810 km

Bisher gefahrene Kilometer: 4.060 km

Wir freuten uns schon die ganze Zeit, endlich ans Meer zu kommen. Nach einem kurzen Frühstück und Zwischenstopp in einem Supermarkt ging es los in Richtung Essaouira. Die Strecke dort hin war nicht sonderlich aufregend. Essaouira ist eine Kleinstadt mit 80.000 Einwohnern, wurde durch Unesco zum Weltkulturerbe benannt und liegt direkt am Meer.

Der Campingplatz Sidi Magdoul ist ca. 3km von der Medina entfernt. Die Sanitäranlagen sind mäßig.

Man kann die Stadt durch einen schönen Sparziergang am Strand problemlos erreichen. Rocky war voller Freude, da wir dort Harald mit seinem Hund Tami wieder trafen. Wir legten gleich mal einen Sparziergang mit den Beiden zur Medina über den Strand ein. Dort konnten sich Tami und Rocky richtig auslaufen.

Am nächsten Tag erkundeten wir den Fischereihafen und nahmen in der Nähe des Hafens ein Sandwich ein.

Auf dem Rückweg zum Campingplatz gingen bei Peter „die Pferde durch“. Er sah einen Reiter am Strand und musste natürlich auch unbedingt reiten. Der Haken daran war, dass er geführt wurde und nicht alleine reiten durfte. Nach 5 Minuten war Peter völlig gelangweilt damit.

Am Abend gab es dann noch gegrilltes Schafsfleisch für Peter und dann gingen wir bald zu Bett.

Am nächsten Morgen 26.11.2008 ging es weiter Richtung Sidi Ifni.

Wir sind ab jetzt nur noch mit Jonas unterwegs. Nicole und Dirk haben eine andere Reisegeschwindigkeit wie wir und deshalb trennten wir uns vorerst.

Wir stellten fest, dass Marokko für Langzeitreisende wie uns langsam zu teuer wird und deshalb geht es jetzt recht flott in Richtung Westsahara.

Dez 4

Kilometerstand bei Abfahrt Camping Le Tissa/Quarzazate: 114.495 km

Kilometerstand bei Ankunft Camping Le Relais/Marrakesch: 114.633 km

Bisher gefahrene Kilometer: 3.883 km

 

Nach einem Frühstück und Café ging es auf dem Campingplatz Le Tissa nähe Quarzazate gegen 09:00h morgens los Richtung Marrakech.

Marrakech hat 688.000 Einwohner und zählt zu den Königsstädten Marokkos. Man sagt, es sei die „Perle des Südens“. Nach kurzem Suchen fanden wir ca. 8km ausserhalb der Innenstadt Marrakeschs den Campingplatz Le Relais. Ein wunderschöner Campingplatz mit Restaurant, Swimmingpool (leider zu kalt) und warmen Duschen.

Hier lernten wir Harald kennen, ein netter Typ aus Freiburg der unterwegs ist nach Liberia. Dort hat er seine schwarze Frau und möchte dort einen Campingplatz eröffnen. Sein Fahrzeug ist ein alter 407 Mercedes Bus und sein Begleiter ist sein Hund Tami, der sich auch gleich gut mit unserem Rocky verstand. Eine Mitfahrerin hat er auch noch dabei, die Xenia die in Mali aussteigen wird und wieder zurückfliegen wird. Sie haben sich übers Internet kennen gelernt. Für Harald ist es recht praktisch, denn die Beiden teilen sich die Fahrtkosten usw. 

Am ersten Abend in Marrakech fuhren wir mit dem Taxi in die Innenstadt zum Platz „Djamaa el-Fna“ an dem abends „der Bär“ tanzen soll. Der Taxifahrer war ein ausgebuffter Hund und zockte uns gleich mal richtig ab. Zudem kam noch, dass er keine Hunde mitnahm. Also bot sich Harald an auf Rocky aufzupassen. Der Platz „Djamaa el-Fna“ ist Marrakechs Touristenhochburg. Er ist riesengroß und es versammeln sich dort Gaukler, Schlangenbeschwörer, Frauen die einen mit Henna Farben beschmieren und unzählige Kleinküchen die jeden Tag erst abends aufgebaut werden. Alles ist hier ein einziger Nepp und erinnerte uns ein wenig an das Oktoberfest in München.

Den nächsten Tag nutzten wir zum Relaxen…